Es ist wirklich grausam. Wenn man krank ist, erscheint die Welt einem noch grauer. Irgendwie ist dauernd etwas gegen einen da. Eigentlich ist sogar alles gegen einen. Alles läuft verkehrt.

Es fängt ja mit der Krankheit an: Wieso denn eigentlich ich? Und warum diese verdammte Seuche? Wo man auf meiner Stirn glatt ein Rindersteak durchbraten lassen könnte. Wo man nach minutenlangem Stöhnen und Röcheln und Stoßen und Husten eine Masse zwischen den Aggregatzuständen fest und flüssig ausspuckt, für deren Farbe noch nicht mal eine Bezeichnung erfunden wurde. Wegen der Krankheit mag ich auch gar nicht so sehr jammern. Jeder wird mal krank. Aber auf unsere tollen Schulmediziner darf man schimpfen: Da verschreibt mir dieser Typ im weißen Kittel doch echt nur Vitamin C. Hätt ich ein Placebo gewollt, wär ich zu nem Heilpraktiker gegangen. Und die haben bessere. Zumindest glaubwürdigere als Vitamine.
Und das Freizeitprogramm gibt mir den letzten Rest. Was kann man denn schon groß machen? Liegen - ok klar, da gibt es natürlich verschiedenste Varianten auf der linken Seite, auf der rechten, auf dem Rücken, auf dem Bauch, mit Fernsehen, mit Lesen, mit schlafen, mit schlafen, mit schlafen. Nicht wirklich sehr spannend nach ein paar Tagen alles. Und Fernsehen ist nicht wirklich eine Beschäftigung. Zumindest keine die aufbaut. Läuft ja nix sinnvolles. Da ich mich in einem aufgeweichten Zustand befinde, hab ich gedacht DMAX würde da die Resozialisierung fördern. Wird der doch im Kino als der “Männersender” angepriesen. Und was läuft dann da? Eine Angelsendung! Aus. Fertig. Ich bin mit meinem Latein am Ende. Französisch hab ich nie gelernt.
Und die Krönung: Ich wurde bei schülerVZ und bei studiVZ gelöscht. Na prima!

Meinst du nicht, dass Angelsendungen toll sein können? Na gut, ich auch nicht…
Claire am 24.02.2008
um 17:06 Uhr