Schon wieder Montag. Fast hätt ich es vergessen. Doch Jenny the Enny hat sich spontan bereit erklärt mit mir zu plaudern. Und was wäre da nicht passender als ein musikalisches Thema. Heute also ein harmonisches Gespräch über melodische Befindlichkeiten und deren Berechtigung des Seins.

Du bist musikalisch? Zumindest munkelt man.
Ja, man munkelt. Ich glaub es sogar fast. Klavier kann ich spielen, zumindest entlocke ich ihm einige Töne. Nicht der großen Rede wert, Theorie besiegt wieder mal Praxis. Aber meine Stimme ist glaub ich ganz nett zu vernehmen. Ich schätze jedoch mal glatt, dass, so wie ich dich Fuchs kenne, du eigentlich nicht wirklich über mein tonales Können sprechen möchtest. Sondern über mehr.
Nun gut, du hast mich durchschaut. Wie wichtig ist ein melodisches Leben?
Für mich. Enorm. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen ohne Musik zu leben. Wieso auch? Musik ist so aussagekräftig. Viel intensiver als normale Sprache. Musik ist Emotion und zwar eine der reinsten Formen. Und sie ist so poetisch. Ich liebe das. Man kann sich in den Melodien, in den Harmonien, in den Tönen verlieren. Und wiederfinden. Sich selbst erschaffen und erkennen. Anderen ein kleines Bisschen Freude schenken. Musik ist grandios. Drauf verzichten? Niemals!
Kreativität - notwendig, um Lieder zu schaffen?
Hmmm, also einerseits klar, man muss schon irgendwie kreativ sein. Aber ich glaube, dass eigentlich jeder diese Kreativität in sich trägt. Man muss nur den Zugang dazu finden. Ich glaube, dass geht immer nur über die eigenen Gefühle. Wenn man diese zulässt, kommen Texte, Melodien und Harmonien ganz von selbst. Musikalisches Wissen, Gespür oder ähnliches wird da fast nebensächlich.
Pfeifst du in jeder Lebenslage?
Das nun wirklich nicht. Eigentlich eine schöne Vorstellung, man könnte jeder Situation und Gegebenheit etwas schönes abzugewinnen. Mehr Gelassenheit. Mehr Freude. Bei mir funktioniert das nur irgendwie nicht. Doch vielleicht ist das auch ganz gut. Melancholische Stunden erinnern einen, was wahres Glück und Freude doch wert ist. Ich möchte sie auch nicht missen.
Die entscheidende Frage: Wie klingt dein Leben?
Ui, also ich glaube es ist Funk. Die Rhythmik liegt auf den unbetonten Zählzeiten. Die ausgetretenen Wege sind verlassen, man hebt sich ab. Synkopen im Grundbeat meines Lebens. Dazu setzen groovy Bläser und eine Rhythmusgitarre schöne Akzente. Die Dynamik des wundervollen Alltags. Über allem eine Soulstimme - in Extase, fröhlich, klagend, wütend, oder trauernd. Aber vor allem voller Gefühle.
Ein letztes Lied?
Ich verzichte darauf heute selber philosophisch zu werden. Ich möchte aber gern einen guten Freund zitieren: “Lieder sind Quellen und Lieder sind Brot, Lieder sind Hoffnung und Lieder sind Not”.

Huch!
Woher kennst du denn die Jenny???? Davon wusst ich noch gar nix. Klein ist die Welt. Ein schönes, spontanes Interview.
“Lieder sind Spiele und Lieder sind Mut. Lieder sind Träume und Lieder sind Wut.”
Claire am 5.03.2008
um 21:05 Uhr