7.04.2008

(10) Hörend sein

10! Das erste Jubiläum. Eigentlich nix besonderes, aber man kann ja was draus machen. Heute mal eine Unterredung mit einem Menschen mit einem offenen Ohr. Mir. Neun Gespräche vorher immer gelauscht, mitgekritzelt und später alles zusammstilisiert. Ein Selbstversuch. Ein Selbstgespräch. Vor dem Spiegel.

Warum jeden Montag diese unsäglichen Interviews über Gefühle?
Wer will das denn wirklich lesen oder gar wissen?

Und wieder stürzt eines dieser Gespräche sich sofort auf die alles entscheidende Frage. Die nach dem Sinn. Da überfordere ich mich doch glatt gleich selbst am Anfang. Es ist an erster Stelle für mich. Ich mag diese zwischenmenschlichen Beobachtungen. Dieses simple. Aber gleichzeitig unglaublich wichtige. Die Befindlichkeiten der Menschen in dieser Welt. Das alles fasziniert mich sehr.

Aber wieso dieses Blog? Das kannst du ja auch in ein Büchlein schreiben.
Ertappt. Ich stell das gern zur Schau. Weil ich das Internet mag - WordPress ist ne tolle Software. Weil ich mich gern öffne. Exhibitionist. Nicht ganz. Manche sagen vielleicht auch Emo. Wenn Gefühle zeigen Emo sein ist, dann gerne. Weil es mir ein Bedürfnis ist. Und weil es wohl Leute lesen.

Vielleicht aus dem Trieb nach Achtung, Anerkennung, Wertschätzung?
Ja, sicher das auch. Wer will das nicht?

Als wie schizophren empfindest du dieses Gespräch?
Es ist schon paradox. Manch einer möchte an meinem Geisteszustand zweifeln. Aber es ist auch spannend. Sich selbst Fragen zu stellen. Da wird man sich einiges erst bewusst. Aber für heute reicht es. Zu konfus alles.

Ein letzter Wahn?
Es war einmal ein Graf, der lag in seinem Bette.
Er brauchte seinen Schlaf. Träumt von versteckten Fetten.

Nico schrieb es | Kategorie: Sein

Kommentare

rofl: “Manche sagen vielleicht auch Emo.”
nicht manche … ICH !!!! ;-)
aber du bist der beste und der einzige Emo den ich akzeptiere !!!
und auch die Achtung, Anerkennung und Wertschätzung meiner Wenigkeit kannst du dir sicher sein
*hust … Emo … hust *

ein sehr schönes Gedicht, mit diesem prägnanten Kreuzreim, den abwechselden Kadenzen und zum Schluss dieser schöne unsaubere Reim, der dem ganzen einen Hauch unvollendetes und verwirrendes gibt ;-)

Hehe, man erkennt ja sehr deutlich, dass du im Abi steckst… egal, wo sich ein Gedicht findet, Hauptsache analysieren… schade,d ass du nicht interpretierst… hätte gern gewusst, was ich da so aussage…

Und der Reim “Bette - Fetten” is ja mal soooo sauber… naja gut, er isses nicht. aber umso schöner darum.

Ich liebe diese vier Verse… stell mir immer die versteckten Fetten vor… so hinter nem Baum hervorguckend… mit 180 kg… Herrlich!

Interpretation:

“Der Graf”, ein einsamer Vampir, liegt in seinem Bett aus dem von Gras bewachsenen Hügel. Im Hintergrund sieht man schon die Sonne aufgehen und er weiß, bald ist es soweit … und er schließt die Augen und freut sich auf den Himmel in dem Fett und Honig fließt.

Doch nein das wäre zu offensichtlich, zu einfach. Bei dem berühmten Dichter Nico Hoffmann gibt es immer noch eine zweite Betrachtungsebene und so komme ich zu der These, dass es sich bei dem Grafen um einen bekennenden “Weight Watcher” handelt, der vollkommen erschöpft aus dem Fitnessstudio (mit drei s - es lebe die neue Rechtschreibung) kommt und in sein Bett fällt. Er begibt sich in seine Traumwelt: Er zieht vorbei an frischem Salat, an Obst und Gemüse, er sieht die BioBio-Abteilung des großen Lebensmitteldiscouters mit den kleinen Preisen, überquert einen Bach aus frisch gepresstem Smoothie und denkt sich nichts Böses.

Da wird der wunderschöne Traum plötzlich zu einem Albtraum. Er bemerkt die versteckten Fette des Dressings im “Mc Doof”-Salat, realisiert, dass der Johurt nicht 1,0 Prozent Fett hat sondern 10 und er damit seine Monatsration an Punkten schon am 1. April aufgebraucht hat.

Doch dann wacht er Nico sei dank auf.
Fährt sich durch die Haare und merkt, dass das Shampoo doch nicht entfettet.

Einfach zu genial…

Hinterlasse doch einen Kommentar

Dein Kommentar: