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Sein

(12) Sprachlos sein

Die Schulzeit ist vorbei. Man merkt, dass etwas zu Ende geht. Ein schlechtes Gefühl. Man hat Angst, all die Menschen zu verlieren, die einem seit Jahren lieb sind. Ein Moment, der mir die Sprache raubt. Diesem Empfinden entsprechend die Montagsunterredung mit Natalie über das Reden und Sprechen und den Zweck an sich.

Reden des Redens wegen – wozu sprichst du?
Kommunizieren. Sich bewusst zu werden, da ist noch jemand. Man ist nicht allein, man ist wirklich am Leben. Und nimmt Teil daran, um zu hören, wie es anderen geht. Manchmal auch, um sich von Gedanken fernzuhalten, die einen nur runterziehen würden. Ich rede absolut gern und oft. Einigen Menschen wohl auch zu viel.

Und mit wem sprichst du woüber?
Mit so ziemlich jedem. Es gibt keinen Menschen auf dieser Welt, der es nicht wert ist, mit ihm zu reden. Woüber? Das ist schwer zu definieren. Über alles, was einen interessiert. Einen bewegt. Über alles, was in Worte gefasst werden kann.

Monolog oder Dialog?
Dialog. Definitiv. Beim Monolog gibt es keine Reaktion des anderen. Dabei ist das doch gerade das Schöne am Reden. Dass man es zu zweit oder mit noch mehreren Personen macht. Und nicht allein.

Was nimmt dir die Sprache? Raubt dir die Worte?
Eine Überflutung an Gefühlen. Ein Moment, bei dem ich merke, dass ich meine Gefühle nicht mehr in Worte verpacken kann. Ein Moment, an dem ich allein sein möchte. Ein Moment, der wohl selten vorkommt. Die Erkenntnis, dass selbst Worte in diesem Augenblick nichts verbessern, nichts ändern können. Dass Schweigen manchmal besser ist. Manchmal sagt Schweigen mehr aus als alle Worte dieser Welt zusammen. Wann dies so ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.

Einen Tag taubstumm sein?
Unvorstellbar.

Reden: Schöner Klang oder Lärm?
Es sollte eigentlich ein schöner Klang sein. Aber in diesen Zeiten ist es meistens Lärm. Was da bei vielen Jugendlichen aus dem Mund kommt, kann man nicht mehr als Reden bezeichnen. Mein Reden klingt unterschiedlich. Abhängig von meiner Stimmung. Mal Rock, mal Schlager. Aber immer lebendig.

Ein letzter Monolog?
Täglich rede ich mir mein Leben
Aus U-Bahn Fahrplaneinzelpunkten.
Aus Oben ohne Ohneboden
Ohne Schweigen
Rastlos, nie ratlos
Niemals Sprachlos
Fehle ich den Worten

Ich versuche mir die Welt zu erklären
Als ob zwischen Punkten Linien wären
Als ob die Worte mir die Welt in Streifen teilten
Ich greife nur und kann nicht begreifen

- Wir sind Helden, “Stiller” -

Diskussion

3 Kommentare für “(12) Sprachlos sein”

  1. Jaja Natalie: Was für ein Organ !!!!!!!!!!
    xD

    Geschrieben von Leon | April 21, 2008, 15:00
  2. Irgendwie merkt man, dass gerade ABI ist und niemand Zeit hat ^^
    außer ich ;-) ok, haben tue ich sie eigentlich auch nicht, aber ich nehme sie mir

    Geschrieben von Leon | April 22, 2008, 19:58
  3. Ja, das merkt man… das merkt auch der autor… nicht nur an der aktivität hier, sondern auch am eigenen leben… daher lässt auch er die feder für diesen zeitraum liegen…

    Geschrieben von Nico | April 22, 2008, 20:00

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