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Sein

(14) Unsicher sein

Nach all den Klausuren und durchzechten Nächten mal wieder ein kleines Gespräch – abgetippt, aber trotzdem klangvoll. Vage Momente, ungewisse Situationen. Nicht wissen, wie alles weitergeht. In der Schwebe. Eine Unterredung mit ein paar Gestalten der Nacht.

Wie fühlt ihr euch zur Zeit?
Gut! Alle Abiklausuren liegen hinter uns, das kann man einfach nur feiern. – Aber irgendwie ist es auch paradox. Gleichzeitig beschleicht mich zumindest immer auch ein trauriges Gefühl: Bald ist das alles vorbei. Dann möcht ich wieder zuück auf den Boden kommen, um das hier alle noch genießen zu können. – Der Anfang ist gemacht, doch unser Leben entscheidet sich in den nächsten ein, zwei Jahren. Ein merkwürdiges, unheimliches Gefühl.

Unheimlich? Ist es nicht schön, dass euer Leben nicht vorherbestimmt ist?
Das stimmt schon. Aber… – Es ist einfach so, dass man so unsicher ist. Heutzutage kann man nicht eindeutig sagen, dass das Leben gut laufen wird, dass man alles erreichen wird, was man will. – Wir brechen aus unserer behüteten Umgebung aus. Werden selbstständig. Aber die Sicherheit geht damit auch verloren. Man fragt sich, ob man aufgefangen wird, wenn man einmal fallen sollte. – Es ist viel Freude, aber auch Angst dabei. Ich weiß nicht, wie sich alles weiterentwickeln wird. Ich habe Angst die Leute hier zu verlieren. Das dämpft die Euphorie ein wenig, trotzdem wird gefeiert.

Verlust von Freundschaften?
Ja. Heute bleibt man ja nicht mehr in Berlin. Alle zieht es irgendwo hin. Mich nach Frankreich. Andere nach Afrika. – Aber auch innerhalb Deutschlands. Du gehst nach Freiburg, die eine nach Greifswald, er nach Erfurt. – Wir haben das Glück in der heutigen Zeit zu leben. Man kann per Mail, Telefon, Skype, MSN, Facebook und dem ganzen Zeug Kontakt halten mit all den Leuten. Und ein jeden von uns verschlägt es irgendwann wieder nach Berlin. Dann wird man sich hoffentlich wiedersehen. – Es ist die Umstellung von den täglichen, wöchentlichen Begegnungen in Freundschaften, die über trefflose Distanzen gehalten werden, die so bedrohlich wirkt. Wahrscheinlich auch ist.

Wie wär es auch mit Briefen oder Postkarten statt Internet?
Seltener. Internet geht einfach schneller. – Briefe werden dafür natürlich viel persönlicher und wertvoller.

Die Welt im Wandel…
Ja. Das ist sie. – Aber es ist auch gut so. Das ermöglicht neue Blickwinkel. Neue Denkweisen. Neue Erfahrungen. Stillstand hilft keinem. – Wir brechen auf in eine neue Zeit. Altes bleibt zurück, wirklich wichtige Beziehungen bleiben erhalten. Die Unsicherheit wird mit Genussmitteln versteckt.

Ein letzter Zweifel?
Glaubt ihr es ist gut, dass sie grad nach Wein und Sekt auch noch Rum trinkt?

Diskussion

4 Kommentare für “(14) Unsicher sein”

  1. Bevor du mich noch weiter kritisierst schreibe ich hier lieber mal schnell nen Kommentar:
    Kommentar.
    So jetzt kannst mir gar nichts mehr ^^

    Geschrieben von Leon | Mai 14, 2008, 15:58
  2. Na toll, man kann nicht nur die Quantität, sonder auch die Qualität von Kommentare kritisieren ;) Ach nee, is ja nicht vorhanden :P

    Und nun mal wieder sinnvolle, dem Beitrag angemessene Kommentare!

    Geschrieben von Nico | Mai 14, 2008, 16:26
  3. Qualität ???? Na gut:
    Endlich mal wieder ein Montagsbeitrag !!!!
    Den “letzten Zweifel” finde ich am genialsten xD
    Aber auch sonst mal wieder eine gelungene Zusammenstellung !!!!

    Gut so ?

    Geschrieben von Leon | Mai 14, 2008, 17:23
  4. Du wirst mir fehlen… Sehr sogar.

    Geschrieben von Claire | Mai 16, 2008, 04:59

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