// daheim

23. März 2008

(8′) Schreiblos sein

Es ist schon komisch. Da scheinen echt ein paar Leute öfters freiwillig hier vorbeizuschauen. Und ich muss zugeben: Ja, ich hab das Blog in den letzten Tagen/Wochen liegen gelassen. Zu sehr umnächtigt war ich, zu sehr mit anderem beschäftigt (guckguck wir schreiben bald Abitur). Mal sehn, ob ich das wieder verbessern kann. Die so großartig angekündigten Kurzgeschichten des Herrn Ohnehin müssen aber auf jeden Fall vertagt werden, so leid es mir tut. Ich versuche aber nachzuarbeiten :)

17. März 2008

(8) Selig sein

Heut ist St. Patrick’s Day. Da wird nicht viel geredet. Da ist man selig. Glückselig. Zumindest nicht mehr in der Lage tiefgehende Gespräche zu führen. Also keine sinnvollen. Erin go bragh – Slainté!

14. März 2008

(h) … beim Kolloquium

Ja, es hat heute stattgefunden. Mein Kolloquium. Zu meiner Facharbeit. Und es war gut. Wenn nicht sogar mehr als gut. Doch was sagt man eigentlich bei so einem Kolloquium?


  • Nach diesen 20 Minuten werden Sie ein ganz neues Lebensgefühl in sich tragen. Aber nicht wegen Balisto…
  • Ich hab da mal rein zufällig etwas vorbereitet.
  • Wie stehen Sie zu der Werbekampagne “Be Berlin”? / [...] zum Scheitern verurteilt. Sie setzt als erstes auf einen Anglizismus. Das ist aber einfach mal total out. “Sei Berlin” wäre besser, aber auch nicht der Burner. Beides flasht einfach nicht mehr, weil der Lifestyle einfach nicht authentisch ist.
  • Sie haben sich ja richtig Mühe gegeben? / Nein, sagen Sie nicht – das hatt ich doch gar nicht vor. Ist doch auch gaaar nicht wichtig fürs Abi.

10. März 2008

(7) Sportlich sein

Die BVG streikt. Die S-Bahn ja leider nicht. Dabei hätte ich es zu gern gesehen, wie Berlin zusammenbricht. Seit letzten Mittwoch fahr ich also nun mit dem Fahrrad zur Schule. So viel körperliche Betätigung bin ich eigentlich nicht gewohnt. Aber mir gefällt es irgendwie. Heute am Montag nun aber ein Gespräch mit einem, der eindeutig sportlicher ist als ich: Chrille.

Du bist fit?
Wie man es nimmt. Fit ja, gesund nicht unbedingt.
Fünf mal die Woche geh ich direkt nach der Schule zum Kraftsport. Wenn ich mich zu Hause erst in meinen Sessel fallen lassen würde, hätt ich glaub ich nicht mehr den Willen hinzugehen. Da bin ich zu bequem. Wäre ich nicht so motiviert, würde ich es nicht so oft hinschaffen.

Aber die Gesundheit leidet?
Ja, schon. Es ist sowohl das Knie, der ücken, als auch die Handgelenke. Wobei ich mit dem ücken schon immer Probleme hatte. Durch das Training wurde es eher besser.

Wieso treibst du Sport? Was gibt er dir?
Es gibt mir Selbstbewusstsein. Davon hatte ich vorher nicht viel. Der Sport hilft da sehr. Außerdem ist er ein Ausgleich zum Schulstress. Nach dem Krafttraining fühlt man sich wie neu geboren. Man ist zwar total ausgelaugt, aber völlig klar im Kopf. Und vor allem glücklich.

Wie kann man sich dich beim Sport vorstellen?
Kurze Hose. Örmelloses T-Shirt – ja, ich weiß (grinsen). Dann hab ich Wasser und Kakao dabei. Handgelenkschoner. Und natürlich den iPod. Mit dem werden entweder Podcasts oder Rock gehört. Dann schön laut. So bekommt man nix mehr vom Umfeld mit.

Nix vom Umfeld mitbekommen – vergisst du dich selber im Sport?
Ich denke, so kann man es nennen. Wenn man mit den Gewichten kämpft, dann gibt es nichts anderes im Umgebung. Nur dich und das Gewicht. Das ist das Besondere an der ganzen Sache. Nichts denken. Den Kopf völlig frei haben. Nur du und das Gewicht.

Würde dich dein Gesundheitszustand vom Sport abhalten oder ist Sport doch Mord?
Sport ist erst dann Mord, wenn man den falschen Sport macht. Oder den Sport an sich falsch macht. Außerdem glaube ich, dass ich ohne den Sport noch viel schlimmer dran wäre.

Welchen Sport würdest du deinen Kindern, deinen Freunden empfehlen?
Das ist egal. Hauptsache sie machen einen.

Balett? Schach? Dart? Billiard?
Ahh ok, du hast mich! Sport ist, wenn man vom Sport außer Puste kommt. Von daher sind Billard und Schach und so keine wirklichen Sportarten. Und Ballett. Hmm, wenn es denn unbedingt sein muss, ist Ballett auch ok.

Bist du süchtig nach Sport?
Ganz klar: Ja. Es ist sogar soweit, dass ich Schmerzen bekomme, wenn ich nicht trainieren gehe. Sport tut gut. Ich wüsste auch nicht, warum ich meinen Sport reduzieren sollte. Sport als Sucht ist ok, wenn er nicht das soziale Leben der Person im großen Maße beeinflusst.

Ein letzter Kraftakt?
Jeder sollte irgendetwas machen, dass ihn glücklich macht und ihn gesund hält.

9. März 2008

(g) … Konsum, Kommerz und Kapitalismus?

Eine Rüge muss her! Zwei Tage schon wieder im Verzug. Das sind bestimmt 17 Jahre Fegefeuer. Zeche prellen bedeutet übrigens “geprellter Preis * 666 = Jahre in der Hölle”. Das nur am Rande. Diesmal einige Gedanken zum Geld und seinen Auswirkungen. Aufgeschnappt auf den Wegen und in den Räumen dieser Stadt.
Drüben hat man auch gerade davon erzählt. Das Thema scheint Mode zu sein: Und ich der Post-Trendsetter!


  • Konsum? Oh ja, lass uns die Wahrheit kaufen! Oder wie wärs mit der Ehre?
  • “Konsumtempel die flackerten und wir riefen außerdem: Der Angriff gilt den Königen und dem ganzen scheiß System. Komm wir machen die Paläste dem Boden gleich, Feuer und Flamme dem Königreich”
  • Je ausgeprägter der Superkapitalismus hier herrscht, umso mehr Leute sehen sich nach dem Sozialismus.
  • “Wir brauchen keine Hausbesitzer, denn die Häuser gehören uns.”
  • Achtung, Achtung: Das kleine “soziale” möchte bitte von seiner Marktwirtschaft an der politischen Rezeption abgeholt werden. Nokia wird das Umgangsrecht mit beiden aberkannt.
  • Wieso kostet eine Packung Mehl 39 Cent, wenn eine kleine Papiertüte schon 40 cent kostet?

3. März 2008

(6) Melodisch sein

Schon wieder Montag. Fast hätt ich es vergessen. Doch Jenny the Enny hat sich spontan bereit erklärt mit mir zu plaudern. Und was wäre da nicht passender als ein musikalisches Thema. Heute also ein harmonisches Gespräch über melodische Befindlichkeiten und deren Berechtigung des Seins.

Du bist musikalisch? Zumindest munkelt man.
Ja, man munkelt. Ich glaub es sogar fast. Klavier kann ich spielen, zumindest entlocke ich ihm einige Töne. Nicht der großen Rede wert, Theorie besiegt wieder mal Praxis. Aber meine Stimme ist glaub ich ganz nett zu vernehmen. Ich schätze jedoch mal glatt, dass, so wie ich dich Fuchs kenne, du eigentlich nicht wirklich über mein tonales Können sprechen möchtest. Sondern über mehr.

Nun gut, du hast mich durchschaut. Wie wichtig ist ein melodisches Leben?
Für mich. Enorm. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen ohne Musik zu leben. Wieso auch? Musik ist so aussagekräftig. Viel intensiver als normale Sprache. Musik ist Emotion und zwar eine der reinsten Formen. Und sie ist so poetisch. Ich liebe das. Man kann sich in den Melodien, in den Harmonien, in den Tönen verlieren. Und wiederfinden. Sich selbst erschaffen und erkennen. Anderen ein kleines Bisschen Freude schenken. Musik ist grandios. Drauf verzichten? Niemals!

Kreativität – notwendig, um Lieder zu schaffen?
Hmmm, also einerseits klar, man muss schon irgendwie kreativ sein. Aber ich glaube, dass eigentlich jeder diese Kreativität in sich trägt. Man muss nur den Zugang dazu finden. Ich glaube, dass geht immer nur über die eigenen Gefühle. Wenn man diese zulässt, kommen Texte, Melodien und Harmonien ganz von selbst. Musikalisches Wissen, Gespür oder ähnliches wird da fast nebensächlich.

Pfeifst du in jeder Lebenslage?
Das nun wirklich nicht. Eigentlich eine schöne Vorstellung, man könnte jeder Situation und Gegebenheit etwas schönes abzugewinnen. Mehr Gelassenheit. Mehr Freude. Bei mir funktioniert das nur irgendwie nicht. Doch vielleicht ist das auch ganz gut. Melancholische Stunden erinnern einen, was wahres Glück und Freude doch wert ist. Ich möchte sie auch nicht missen.

Die entscheidende Frage: Wie klingt dein Leben?
Ui, also ich glaube es ist Funk. Die Rhythmik liegt auf den unbetonten Zählzeiten. Die ausgetretenen Wege sind verlassen, man hebt sich ab. Synkopen im Grundbeat meines Lebens. Dazu setzen groovy Bläser und eine Rhythmusgitarre schöne Akzente. Die Dynamik des wundervollen Alltags. Über allem eine Soulstimme – in Extase, fröhlich, klagend, wütend, oder trauernd. Aber vor allem voller Gefühle.

Ein letztes Lied?
Ich verzichte darauf heute selber philosophisch zu werden. Ich möchte aber gern einen guten Freund zitieren: “Lieder sind Quellen und Lieder sind Brot, Lieder sind Hoffnung und Lieder sind Not”.

29. Februar 2008

(f) … zu Wortspielen?


  • Wortspiele sind toll: Was hängt im Urwald an den Bäumen? Urlaub!
  • depriren – es musste endlich ein Verb im Aktiv her für traurig/deprimiert sein.
  • zwiebophil – die starke Zuneigung zu jungem Gemüse.
  • Aus der Bibel: “Gnädig ist der Herr Ohnehin, man braucht ihn nicht darum zu bitten”
  • Ich hab noch ‘nen total schlechten Wortwitz: Was sagt ein Gen, wenn es ein anderes trifft? – Halogen!

28. Februar 2008

Homophobia: Nice is nice, but nice is just fuck you

Keine Sorge. Der Titel mag irritieren. Es geht nicht um irgendeine Art der Angst vor Schwulen, Lesben oder Heterosexuellen. Es geht um den Wortursprung. Der Angst vor dem Gleichen. Vor dem Stillstand. Status Quo. Der Verlust der Individualität. In dieser rasenden Welt verliert man sich in Entfremdung. Du betrittst die Straße und wie ein reißender Strom zieht sie dich fort. Doch du kommst nirgendwo anders an. Du ziehst fort und bleibst doch. Hier ist hier ist da ist hier. Alles gleich. Alle sehen gleich aus. Alle denken gleich. Alle sind gleich. Sagt ja auch die Bibel und weise Leute. aber bei denen klingt das so positiv. Als wäre das gut. Sollte denn nicht jeder anders sein? Einzigartig? Ist wohl eine Illusion, wenn ich mich im Bus oder in der U-Bahn umschaue. Eine Illusion des Anti.Nichts. Großartig!

Julius hat ein Lied geschrieben. So familiar. Auch ohne Musik ein Lesen wert:

After heaven has talked with you, your face is so familiar.
And nice is nice, but nice is just fuck you
and at least for this time I guess she was right.

So damn the same, so damn the same, so damn the same,
you look like everybody in this room.

I question all of my sense.
I close my eyes just to mix up your voices.
Being stuck in the middle of something
like village of the damned.

So damn the same, so damn the same, so damn the same,
you look like everybody in this room.
And everybody else looks like you.
It’s nothing we can say, nothing we can do,
it’s just that

So damn the same, so damn the same, so damn the same,
you look like everybody.
And i’m so damn ashamed, so damn ashamed, so damn ashamed,
I look like everybody too

Doch wie wird man wieder einzigartig? Wie wird man wieder Singular? Keine Masse. Nicht gleich. Nicht nett. Nicht wie man sein soll, sondern wie man sein will. Ich weiß es nicht. Ist es wichtig? Oder sollte man vergessen, dass man ist wie man ist wie man nicht sein will? Manche Dinge ändern dich nie.

25. Februar 2008

(4′) Füreinander da sein

Nun ist es da. Letztes Mal musste es noch ausfallen. Ich war krank. Jetzt hat es geklappt: Claire und ich waren füreinander da und haben daüber gesprochen und ein wenig auch aufgeschrieben. Über dieses Sein und die Befindlichkeiten dahinter die Unterredung zum heutigen Montag. Dem letzten im Februar.

Wofür bist du da?
Na klar, Nico. Fangen wir doch mit der Frage nach dem Sinn des Lebens an. Du Fiesling. Aber gut. Wofür bin ich da? Für andere. Mein Leben wäre recht unnütz, wenn ich keine Menschen um mich herum hätte. Ich brauche sie und sie brauchen mich – zumindest glaube ich das. Und wenn wir uns alle lieb haben, gefällt mir dieser Sinn sogar.

Was ist eine erfüllte Freundschaft für dich?
Freundschaft ist für mich wie Schilf im Sturm. Wie ein Schiff auf offenem Meer. Alleine wird man es nie bezwingen können. Nur zusammen kann man auch heftige Unwetter überstehen. Aber man muss sich auf den anderen verlassen können. Vertrauen. Freundschaft sollte wie ein guter Wein sein – je älter, umso besser. Wenn Worte weniger sagen als ein Schweigen, dann ist es tiefe Freundschaft. Erfüllt ist sie für mich, wenn ich mich fallen lassen kann. Wenn ich mich in ihr verliere. Man sagt, Liebe hört da auf, wo man sich kennt. Freundschaft ist dann der Moment, wo man den anderen kennt, bevor er es über sich selbst wusste.

Füreinander da sein. Wann warst du nicht?
Nicht sein. Ich wünschte manchmal, ich könnte es. Doch später weiß ich: Es ist besser, dass ich bin. Wichtiger für mich ist das Füreinander. Das haben meiner Eltern vor ihrer Scheidung nicht mehr geschafft. Darunter habe ich damals sehr gelitten. Umso wichtiger ist es für mich jetzt, dass ich für die Menschen, die mein Sein fordern, auch da sein kann. Von daher versuche ich mich zu kümmern, um die Leute, die mir nahestehen. Freundschaften halt. Und ich hoffe, ich war immer.

Wer ist für dich da?
Meine Mutter. Du. Ein paar andere Mitmenschen, denen ich mein Herz geöffnet habe. Bis kurz vor Sylvester glaubte ich auch an einen Jungen. Dass dieser für mich da sei. Und ich für ihn. Ich habe mich getäuscht. Mein Herz ist daran zerbrochen. Du warst für mich da. Danke. Freundschaft geht weiter als Liebe. Liebe ist miteinander sein. Freundschaft ist füreinander da sein.

Eine letzte Floskel der Zwischenmenschlichkeit?
Hisst die Segel! Wir ziehen davon. Miteinander, aber vor allem füreinander zusammen.

23. Februar 2008

Entfernungen globalisiert

Man glaubt heute gar nicht mehr, wie groß die Welt noch sein soll. Die gefühlte Größe ist klein. Gefühlt ist ja eh alles anders. Doch wie groß ist die Welt denn noch wirklich? Alles ist so nah. Ich setz mich in den Flieger und bin woanders. Deutschland. Bolivien. Finnland. Australien. Ost. West. Nord. Süd. Alles innerhalb von Stunden. Und das Internet. Bin ich hier oder bin ich schon fort? Minutenweise um die ganze Welt. Kommunikation der Kulturen überall. Entfernungen spielen doch keine Rolle mehr. Außer vielleicht beim Bonusmeilensammeln. Man könnte die These aufstellen, es gäbe gar keine Fernbeziehungen mehr. Weil ja alles so nah ist.
Doch wünscht man sich immer diese Nähe? Will ich immer wissen, was auf der anderen Seite der Welt passiert, wenn ich noch nicht mal meinen Nachbarn kenne? Also wirklich kennen. Nicht nur wissen, dass es ihn gibt. Entfernungen werden verkehrt. Was nah ist, wirkt fern. Was fern liegt, scheint nah. Paradox, aber leider Wahrheit. Ich möchte nicht wissen, warum ein Sack Reis irgendwo anders umfällt. Aber ich will fühlen. Ich will leben. Mit den Menschen um mich herum. Alles ist so tot in der Stadt. Gesichter wie Wände. Augen wie Scheiben, doch das Innere ist nicht zu erkennen. Anonym lebt man nebeneinander. Nicht miteinander, eher gegeneinander. Und so soll Erfüllung aussehen? Da will ich dann doch fort. Weit weg in die Ferne, die ja doch so nah ist. Verwirrend. So zieht das Leben unaufhaltsam dahin. Am Ende ist ja doch alles entfernt.

Willkommen bei ohnehin.com

Da sind Sie also. Und doch noch nicht weg? Selber Schuld!
Dann sehen Sie sich doch ein wenig um – lesen Sie dies, lesen Sie das. Und wenn Sie letztendlich immer noch nicht genug von mir haben – auch dafür wurde gesorgt.

Nebenbei

Letzte Kommentare

  • Julian: Interessant. Wird jetzt samt Fefe ständig gelesen. Damit rangierst du bei mir vor dem...
  • Emu: Yay – das ist eine ziemlich coole Idee. Quasi ein ganz persönliches Delicious :)
  • Eva: Das ist wirklich ein schönes Lied, aber – musst du denn alle Klischees über unsere...
  • Nina: So schlimm dort unten? ;)
  • Jürgen Müller: Lol! Gehört der Kasten Bier zur Grumdausstattung?